Darmgesundheit und Mikrobiom-Diagnostik auf Teneriffa
InNere Medizin
Ganzheitlich und medizinisch fundiert
Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung oder ein ständig wechselnder Stuhlgang sind häufige Beschwerden. Manche Menschen fühlen sich zusätzlich müde und weniger belastbar oder stellen fest, dass sie bestimmte Lebensmittel plötzlich nicht mehr gut vertragen.
Nicht immer lässt sich sofort erkennen, was hinter diesen Symptomen steckt. Neben Ernährung und Darmflora können Infektionen, Entzündungen, Medikamente, Nahrungsmittelunverträglichkeiten, hormonelle Veränderungen oder anhaltende Belastungen eine Rolle spielen.
Im MedCenter Tenerife in El Médano verbinden wir deshalb klassische Allgemeinmedizin mit einem ganzheitlichen und naturheilkundlich orientierten Blick auf die Darmgesundheit.
Das Mikrobiom: ein komplexes Zusammenspiel
Als Darmmikrobiom wird die Gesamtheit der Mikroorganismen bezeichnet, die unseren Darm besiedeln. Dazu gehören zahlreiche unterschiedliche Bakterienarten, die unter anderem an Verdauung, Stoffwechsel und Immunregulation beteiligt sind.
Das Mikrobiom wird durch viele Faktoren beeinflusst:
• Ernährung und Ballaststoffzufuhr
• Medikamente, insbesondere Antibiotika
• akute und chronische Erkrankungen
• Schlaf, Stress und körperliche Aktivität
• Alter und hormonelle Veränderungen
• Reisen und Veränderungen der Lebensgewohnheiten
Ein verändertes Mikrobiom kann mit Beschwerden einhergehen. Eine Mikrobiomanalyse sollte jedoch niemals isoliert betrachtet werden. Entscheidend ist immer die Verbindung aus Beschwerden, Krankengeschichte, körperlicher Untersuchung und gezielter Labordiagnostik.
Wann kann eine Darmdiagnostik sinnvoll sein?
Eine weiterführende Abklärung kann insbesondere bei folgenden Beschwerden sinnvoll sein:
• wiederkehrenden oder anhaltenden Bauchschmerzen
• häufigen Blähungen und Völlegefühl
• chronischem oder wiederkehrendem Durchfall
• Verstopfung oder wechselndem Stuhlgang
• Beschwerden nach einer Antibiotikabehandlung
• neu aufgetretenen Nahrungsmittelunverträglichkeiten
• unklarer Müdigkeit oder Leistungsminderung
• wiederkehrenden Verdauungsproblemen auf Reisen
• Verdacht auf ein Reizdarmsyndrom
Dabei geht es nicht darum, jede Beschwerde vorschnell mit einer „gestörten Darmflora“ zu erklären. Zunächst müssen medizinisch relevante Ursachen berücksichtigt und gegebenenfalls ausgeschlossen werden.
Mehr als nur eine Mikrobiomanalyse
Am Anfang steht ein ausführliches ärztliches Gespräch. Wir interessieren uns nicht nur für die aktuellen Darmbeschwerden, sondern auch für Ernährung, Medikamente, vorangegangene Infektionen, Antibiotikabehandlungen, Reisen, Vorerkrankungen und die individuelle Lebenssituation.
Abhängig von den Beschwerden können unterschiedliche Untersuchungen infrage kommen:
• Blutbild und Entzündungswerte
• Leber-, Nieren- und Schilddrüsenwerte
• Eisen, Vitamin B12, Folsäure und weitere ausgewählte Mikronährstoffe
• Zöliakie-Diagnostik
• gezielte Stuhluntersuchungen auf Bakterien oder Parasiten
• Calprotectin als Hinweis auf entzündliche Prozesse im Darm
• Pankreas-Elastase zur Beurteilung der Verdauungsleistung der Bauchspeicheldrüse
• Testung auf verborgenes Blut im Stuhl
• Diagnostik auf Helicobacter pylori
• ausgewählte Mikrobiom- und Darmfloraanalysen
Welche Untersuchungen tatsächlich sinnvoll sind, wird individuell entschieden. Nicht jeder Patient benötigt das vollständige diagnostische Programm.
Darmbeschwerden nach Antibiotika
Antibiotika sind bei bestimmten bakteriellen Erkrankungen unverzichtbar. Gleichzeitig können sie neben den krankmachenden Bakterien auch Teile der normalen Darmflora beeinflussen.
Einige Patientinnen und Patienten entwickeln während oder nach einer Antibiotikatherapie Durchfall, Blähungen oder eine veränderte Verdauung. Meist normalisiert sich der Darm wieder. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte jedoch geprüft werden, ob beispielsweise eine behandlungsbedürftige Infektion, eine Schleimhautentzündung oder eine andere Ursache vorliegt.
Die ungezielte Einnahme beliebiger Probiotika ist nicht automatisch die beste Lösung. Auswahl, Zusammensetzung und Dauer sollten zu den Beschwerden und zur individuellen Situation passen.
Unverträglichkeit, Reizdarm oder organische Erkrankung?
Viele Beschwerden ähneln sich. Blähungen können beispielsweise durch bestimmte Lebensmittel, eine Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit, ein Reizdarmsyndrom, eine Zöliakie oder andere Erkrankungen entstehen.
Auch Stress und das vegetative Nervensystem können die Darmfunktion deutlich beeinflussen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Beschwerden „nur psychisch“ sind. Darm und Nervensystem stehen in enger Verbindung und können sich gegenseitig beeinflussen.
Eine gute Diagnostik soll deshalb weder körperliche noch seelische und lebensstilbedingte Faktoren vorschnell ausblenden.
Individuelle Behandlung statt Standardprogramm
Die Behandlung richtet sich nach den Untersuchungsergebnissen und den persönlichen Beschwerden. Mögliche Bestandteile können sein:
• gezielte Behandlung einer festgestellten Erkrankung
• individuelle Anpassung der Ernährung
• ausreichende Zufuhr von Ballaststoffen und Flüssigkeit
• ausgewählte Prä- oder Probiotika
• Ausgleich nachgewiesener Mikronährstoffmängel
• Unterstützung von Schlaf, Bewegung und Stressregulation
• naturheilkundliche Begleitmaßnahmen
• Verlaufskontrollen und Anpassung des Behandlungsplans
Unser Ziel ist keine kurzfristige „Darmreinigung“, sondern ein nachvollziehbares und langfristig tragfähiges Behandlungskonzept.
Wann ist eine weiterführende Abklärung erforderlich?
Ungewollter Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, anhaltendes Fieber, nächtliche Beschwerden, starke Schmerzen, Blutarmut oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustandes sollten zeitnah ärztlich untersucht werden.
Wenn erforderlich, veranlassen wir weiterführende Bildgebung, eine gastroenterologische Beurteilung oder eine Magen- beziehungsweise Darmspiegelung.
Darmgesundheit im MedCenter Tenerife
Im MedCenter Tenerife in El Médano bieten wir eine individuell abgestimmte Diagnostik und Behandlung bei Verdauungsproblemen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Beschwerden nach Infektionen oder Antibiotikatherapien an.
Dabei verbinden wir schulmedizinische Diagnostik mit Ernährung, Mikrobiomwissen und ausgewählten naturheilkundlichen Ansätzen – ohne wichtige Erkrankungen zu übersehen und ohne pauschale Standardprogramme.
Unsere Praxis betreut deutschsprachige Einwohner, Langzeiturlauber und Reisende aus El Médano und dem gesamten Süden Teneriffas, unter anderem aus Los Abrigos, San Isidro, Granadilla de Abona, Golf del Sur, Las Chafiras, Los Cristianos und Costa Adeje.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin zur persönlichen Beratung und individuellen Darmdiagnostik im MedCenter Tenerife.
Stefanie Liffler
Fachärztin für Allgmein und Innere Medizin